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BEATE PROSKE

Wie Baden in kaltem Wasser glücklich macht

© Beate Proske
Beate Proske, Referentin für nachhaltige Destinationsentwicklung der Kur- und Bäder GmbH Bad Dürrheim, leitet seit Juli 2020 das Projekt „Biohacking Bad Dürrheim“. Seither ist sie selbst unter die Biohacker gegangen. An dieser Stelle erzählt sie uns ihre erste Erfahrung in der Begegnung mit richtig kaltem Wasser. Nichts für Warmduscher, aber zum Glücklichwerden.
© Beate Proske

„Begeistert war ich sofort dabei, als mich meine Freundin Wiebke aus Stuttgart hier im Schwarzwald besuchte und mich zum Kälteerlebnis in die Wutach eingeladen hat. Mein Vertrauen, dass wir uns nicht kopflos in die kalten Fluten stürzen würden, war gestärkt, da sich Wiebke gerade mitten in der Ausbildung zur Wim-Hof-Methode befand.

Ich packte also an diesem sonnenverwöhnten Tag Ende Mai meine Badesachen und, auf Anraten von Wiebke, auch einen dünnen Pullover, den ich, trotz angenehmer Temperaturen, wohl brauchen würde. Ich hatte zuvor tausend Fragen, ja, auch kleine Bedenken, was die Kälte anging. Gespannt lauschte ich dem geplanten Vorgehen, während wir gemeinsam nach einer geeigneten Einstiegsstelle am Ufer der Wutach schauten. Aha: Wir waren nicht alleine. Sonnenhungrige gesellten sich ebenfalls ans lang gezogene Ufer, jedoch waren nur wenige im Wasser. Da soll ich in Badekleidung bis zu den Schultern eintauchen? Ich fror schon beim Gedanken daran. Meine Neugier und mein persönlicher Ansporn, meine Warmduscher-Komfortzone zu verlassen, riss mich aus diesen negativen Gedanken. Auch der Hinweis meiner Freundin, dass unsere Körper evolutionsbedingt schon auf Kälte ausgelegt seien, half mir, dabeizubleiben.

Aufwärmübungen nach der Wim Hof Methode © Beate Proske

Ein passendes kleines Bachbett war rasch gefunden. Entspannt gab mir Wiebke alle wichtigen Instruktionen und bereitete mich mit sanften Aufwärmübungen nach der Wim Hof Methode, dem sogenannten „Horse Stance“, auf das bevorstehende Kälteerlebnis vor. ‚Wichtig sei die richtige Dosis mit der man sich besonders am Anfang, der Kälte aussetzt und dass man generell gesund ist‘, informierte mich Wiebke weiter. Durch tägliche Kältetrainings, beispielsweise durch kaltes Duschen, legt man einen guten Grundstein.

Mental gestärkt durch gezielte Affirmationen, überzeugte mich Wiebke mit einem Lächeln, dass ich mein nahe am Ufer platziertes Handtuch nach dem Kältebad erst mal nicht brauchen würde. So ganz überzeugte mich das insgeheim nicht und das Handtuch blieb an Ort und Stelle. Dann war ich bereit für den großen Auftritt: Gefühlt starrten uns nämlich 40 Augenpaare an, die alle wissen wollten, ob wir Mädels wirklich in die kalten Fluten steigen würden.

„Ich hatte zuvor
tausend Fragen, ja,
auch kleine
Bedenken, was die
Kälte anging.“
Beate Proske
Das kühle Nass genießen © Beate Proske
Konzentriert und entschlossen liefen wir barfuß in den Bach und ohne zu zögern gingen wir in die Knie. Bis zum Hals hockten wir im kalten Nass. Die Schnappatmung stellte sich bei mir ein. Wie von Wiebke instruiert, versuchte ich sofort, mit geschlossenen Augen langsamer zu atmen und mich zu fokussieren. Wahnsinn: Es klappte. Ich wurde ruhig und fing an, dieses Erlebnis sogar zu genießen. Etwa 60 Sekunden später hatte ich das Bedürfnis, aus der Kälte zu steigen. Und dann geschah genau das, was meine Freundin mir vorhergesagt hat: Ich brauchte das Handtuch nicht! Automatisch startete mein Körper mit seiner Gegenregulation.
„Ich hatte zuvor
tausend Fragen, ja,
auch kleine
Bedenken, was die
Kälte anging.“
Beate Proske

Ehrlich, das war verblüffend. Mehr noch, Glückshormone fluteten meinen Körper und ein glückliches Lächeln machte sich auf meinem Gesicht breit, auf ganz natürliche Art und Weise. Wieder bewegten wir uns mit fließenden Bewegungen, um dem Körper zu helfen, auf Temperatur zu kommen. Ein leichtes Bitzeln in den Fingerspitzen machte sich bemerkbar. Eine ganz normale Körperreaktion. So achtsam und bewusst ging ich schon ewig nicht mehr mit meinem Körpergefühl um. Ich strahlte, war hellwach, frisch und es fühlte sich einfach nur fantastisch an. Kaum zu beschreiben was da abging.

Langsam wurde mir kühler und der Griff zum Pullover war an der Reihe. Glücklich und um eine wundervolle Lebenserfahrung reicher, wusste ich sofort: Das war nicht das letzte Mal.“

Nach dem kalten Bad © Beate Proske

Biohacking Bad Dürrheim

Wer mehr erfahren möchte, der kann auf der Website biohacking-bd.com spannende Abenteuer von Biohackern entdecken, fantastische Lifehacks für Body, Mind und Soul und Inspirationen holen, um sein persönliches Potenzial zu entwickeln.
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